I 50 hinzu, obgleich das Gefecht nicht gerade entſcheidend geweſen waͤre, ſo haͤtte er doch ſeiner Seits nicht viel Grund, auf den Ausgang ſtolz zu ſeyn. Der Schotte dagegen wieß den ihm zugeſprochenen Vorrang zuruͤck, und wollte ihn dem Sultan uͤbertragen.
„Genug Ehre haſt Du in dem Zweikampf gehabt,“ ſagte Richard,„und ich beneide Dich mehr daruͤber, als um das Zulaͤcheln der Editha Plantagenet, wenn es ſchon die Thaten eines blutigen Tages belohnen kann. Aber was ſagt Ihr, Ihr edlen Fuͤrſten, ziemt es ſich, daß ſolch ein koͤniglicher Ritterkreis verſammelt ſey, ohne daß etwas geſchehe, das werth iſt, daß man in künftigen Zeiten davon ſpricht? Was iſt der Tod eines Verraͤthers fuͤr einen ſchoͤnen Ehrenkranz, wie der ge⸗ genwaͤrtig verſammelte, und der ſich nicht trennen ſoll⸗ te, ohne etwas zu ſehen, was ſeiner Blicke wuͤrdig waͤre? Wie meinſt Du, fuͤrſtlicher Sultan— wie waͤre es, wenn wir zwei, in eben dieſem Augenblicke vor die⸗ ſer ſchoͤnen Geſellſchaft den lang gefuͤhrten Streit um dieſes Land Palaͤſtina entſchieden und ſo auf einmal dieſen blutigen Krieg beendigten? Dort ſind die Schran⸗ ken bereit, auch kann das Heidenthum keinen beſſern Kaͤmpen, als Dich, zu ſinden hoffen. Ich, freilich ein viel Unwuͤrdigerer, erbiete mich, meinen Handſchuh der Chriſtenheit wegen hinzuwerfen, und mit aller Liebe und Ehre wollen wir um den Beſitz von Jeruſalem auf Lod und Leben kaͤmpfen.“ d
Eine tiefe Stille herrſchte, als man des Sultans Antwort erwartete. Seine Wangen und ſeine Stirne roͤtheten ſich, und viele Anweſende glaubten, er habe
eſchwankt, ob er nicht die Herausforderung annehmen ile Endlich ſagte er:„wenn ich für die heilige Stadt egen Diejenigen kaͤmpfe, die wir als Goͤtzendiener und Anbeter von Hol; und Stein und ausgehauenen Bil⸗ dern betrachten, ſo kann ich wohl hoffen, daß Allah meinen Arm ſiaͤrken wird; oder wenn ich unter dem Schwerdte des Melec Ric falle, ſo kann ich durch kei⸗ nen glaͤnzenderen Tod ins Paradies gelangen. Aber Al⸗
—


