—. 136 ſichere Mittel zuruͤck, das ſich zu ſeiner Geneſung dar⸗ bietet?“ ſagte Richard.
„Nicht doch,“ ſagte der Großmeiſter ſich faſſend. „Wenn der Sultan geſetzmaͤßige Arzneimittel gebraucht, ſo mag er den Kranken in meinem Zelte bedienen.“
„Mein guter Bruder, ich bitte Dich, thue es,“ ſagte Nichard zu Saladin,„wenn ſchon die Erlaubniß unfreundlich gegeben vurde.— Nun aber an ein freu⸗ digeres Werk.— Ertöoͤnt Trompeten— ſtoßt in die Poſaunen— fuͤr England, zur Ehre von Englands Kaͤmpen!“ 4
Trommeln, Poſaunen, Trompeten und Cymbeln ertoͤnten zumal, und der tiefe regelmaͤßige Duſch, der ſchon ſeit Jahrhunderten das engliſche Beifallszeichen iſt, hallte unter dem gellenden unregelmaͤßigen Beifalls⸗ rufen der Araber, wie die Toͤne eines Inſtruments un⸗ ter dem Heulen des Sturms. Endlich war die Stille wieder hergeſtellt.
„Dapferer Ritter vom Leoparden,“ rief Liwen⸗ herz aus,„Du haſt gezeigt, daß der Aethiopier ſeine Haut und der Leoparde ſein Fell veraͤndern kann, wenn ſchon Uebergelehrte uns die Unmoͤglichkeit beweiſen wol⸗ len. Doch hab' ich Dir noch mehr zu ſagen, wenn ich Dich zu den Damen gefuͤhrt habe, welche die beſten Nichter und die beſten Belohner der Ritterthaten ſind.“
Der Ritter vom Leoyarden verbeugte ſich tief.
„ und auch Du, fuͤrſtlicher Saladin, wirſt ihnen Deine Aufwartung machen. Ich gebe Dir mein Wort darauf, daß unſere Koͤnigin ſich nicht for willkommen halten wird, wenn ihr die Gelegenheit fehlt, ihrem ki⸗ nialichen Wirthe, fuͤr ihren mehr als fuͤrſtlichen Em⸗ pfang zu danken.“ 3 3
Saladin beugte anmuthig das Haupt, ſchlug aber die Einladung ab. 4
„Ich muß den verwundeten Mann bedienen;“ ſaate er.„Der Arzt verläßt ſo wenia ſeinen Kranken, wie der Kaͤmpter die Schranken, ſelbſt wenn er zu ei⸗
nem dem Paradieſe aͤhnlichen Orte eingelgden waͤrde.
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