Teil eines Werkes 
9. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 4. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
Einzelbild herunterladen

36 welcher Maͤnner nicht wie von einem Weibe, um deren Gunſt gebuhlt werden kann, ſondern wie von einer Koͤ⸗ nigin, die verehrt werden muß, denken und ſprechen.

Ich bitte Euch um Verzeihung, ſagte der Sa⸗ racene,ich hatte Eure abergläubiſche Verehrung des andern Geſchlechts vergeſſen, von dem Ihr glaubt, daß man es nicht ſowohl freyen und beſitzen, als anſtaunen und anbeten ſolle. Ich wette da Du eine ſo tiefe Ehrfurcht fuͤr jenes zarte und gebrechliche Weſen for⸗ derteſt, bey der jede Bewegung, jeder Tritt und Blick das eigentliche Weib verraͤth daß Der mit den dun⸗ keln Flechten und dem edel ſprechenden Auge nichts anders, als unbedingte Anbetung gewidmet werden muß. Sie hat in der That, ich will es geſtehen, in ihrer edlen Haltung und majeſtaͤtiſchen Miene eine gewiſſe Reinhelt und Feſtigkeit, doch auch ſie wuͤrde, wenn Gelegenheit und ein feuriger Liebhaber ſie dazu aufforderten, dieſem in ihrem Herzen mehr Dank wiſ⸗ ſen, wenn er ſie nicht ſowohl als Goͤltin, ſondern als Sterbliche behandelte.

Achte die Verwandte des Loͤwenherz! ſagte Sir Kenneth in einem Tone unterdrückten Zornes.

Sie achten! antwortete der Emir ſpoͤttiſch Bey der Caaba, und wenn ich ſie achte, ſo gehte ich ſie als Saladins Braut.

Der unglaubige Sultan iſt nicht wuͤrdig, auch nur den Fleck zu kuͤſſen, den der Fuß der Edith Plan⸗