35 werde, bis die Herrlichkeiten des Paradieſes mir ent⸗ gegen ſtrahlen werden.“
„Ich verſtehe Euch nicht“, ſagte Sir Kenneth, bald hoch erroͤthend, bald tief erblaſſend, wie einer, der fuͤhlte, daß die Unterredung höchſt feine Saiten zu beruͤhren be⸗ gann.„Wie? Du verſtehſt mich nicht!“ rief der Emir aus.„Wenn der Anblick, den ich im Zelte des Koͤnigs Richard genoß, Deiner Beobachtung entgieng, ſo muß dieſe ſtumpfer ſeyn, als die Schneide des hoͤlzernen Saͤbels eines Poſſenreiſſers. Es iſt wahr, das Todes⸗ urtheil war damals uͤber dich ausgeſprochen; allein was mich betrifft, waͤre ſelbſt mein Kopf vom Rumpfe geflo⸗ gen, ſo wuͤrden noch die letzten geſpannten Blicke meiner Aug⸗Apfel mit Vergnügen eine ſo liebenswürdige Erſchei⸗ nung unterſchieden haben, und mein Haupt waͤre nach der unvergleichlichen Houris hingeroüt, um mit ſeinen zuckenden Lippen den Saum ihres Kleides zu kuͤſſen. — Jene Koͤnigin von England, die ihrer ungemeinen Liebenswuͤrdigkeit wegen Koͤnigin der Welt zu ſeyn ver⸗ dient— welche Zaͤrtlichkeit in ihrem blauen Auge— welcher Glanz in dem Golde ihrer zerſtreuten Locken! Bey dem Grabe des Propheten— ich glaube kaum,
daß die Houris, welche mir die Demand⸗Schaale der
Unſterblichkeit reichen wird, eine ſo warme Liebkoſung verdient.“
„Saracene“, ſagte Sir Kenneth finſter,„Du ſprichſt von der Gemahlin Richards von England, von 1 3..


