34 „Wenn ich in Saladins Lager gehe“, ſagte Sir Kenneth, die Worte des Emir wiederholend;„ach! kann ich frei handeln, oder muß ich nicht vielmehr ge⸗ hen, wohin Ihr mich ſendet?“ „Dein eigner Wille mag Deine eignen Bewegun⸗ gen leiten“, ſagte der Emir,„ſo frei als der Wind, der den Staub der Wuͤſte hinweht, wohin er will. Der edle F Feind, der es mit meinem Schwerdte aufnahm, und es beinahe uͤberwaͤltigte, kann nicht mein Sclave werden, wie der, der ſich unter demſelben kruͤmmte. Wenn Reichthum und Macht Dich verleiten koͤnnten, Dich mit unſerem Volke zu vereinen, ſo koͤnnte ich Dir ihren Beſitz ſichern; allein der Mann, der die Gunſt des Sultans ausſchlug, als das Beil uüͤber ſeinem Haupte ſchwebte, wird ſie, fürchte ich, nicht annehmen, wenn ich ihm ſage, daß er ſeine freie Wahl hat.“ „Vollendet Eure Großmuth, edler Emir“, ſagte
Sir Kenneth,„indem Ihr Euch enthaltet mir eine
Vergeltung zu zeigen, die ſich nicht mit meinem Gewiſ⸗ ſen vertraͤgt. Erlaubet mir vielmehr, meine Dankbar⸗ keit fuͤr dieſe hoͤchſt ritterliche Guͤte, dieſe unverdiente Großmuth auszudruͤcken.“ 7
„Sage nicht unverdient“, erwiederte der Emir Ilderim,„war es nicht eine Folge Deiner Unterredung und Deiner Schilderung der Schoͤnheiten, welche den Hof des Melec Ric zieren, daß ich mich verkleidet dort⸗ hin wagte, und mir dadurch den ſeligſten Anblick ver⸗ ſchaffte, deſſen ich mich je erfreut habe, und je erfreuen


