Teil eines Werkes 
8. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 3. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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denn nie zuvor einen todten Türken geſehen? Da, werft den Leichnam aus dem Lager, ſchlagt ihm den Kopf vom Rumpfe, und ſteckt ihn auf eine Lanze, ſorgt aber dafür, daß das Antliz nach Mecca gekehrt wird, damit er dem elenden Betrüger, auf deſſen Eingebung er hieher kam, ſagen kann, wie ſchnell er ſeine Bot⸗ ſchaft verrichtete. Was dich betrifft, mein theurer, ſtiller Freund, fügte er hinzu, indem er ſich zu dem Aethiopier wandte,aber was iſt das? du biſt ver⸗ wundet, und gewiß mit einer vergifteten Waffe; denn durch die Kraft ſeines Stoßes konnte ein ſo ſchwaches Thier kaum hoffen, die Löwenhaut zu ritzen. Sauge ihm einer von Euch das Gift aus der Wunde, es iſt unſchädlich fuͤr die Lippen, obgleich es tödlich iſt, wenn es ſich mit dem Blute vermiſcht.

Die Bogenſchützen ſahen ſich einander verwirrt und zweifelnd an; denn die Angſt vor einer ſolchen Gefahr machte diejenigen ängſtlich, welche keine andere fürchteten.

Nun ihr Herrn fuhr der König fort,habt Ihr ſo zarte, Lippen, oder fürchtet ihr den Tod, daß ihr zögert?

Den Tod eines Mannes fürchte ich nicht, ſagte Lang Allen, zu welchem der König ſich gewandt hatte, aber ich möchte doch nicht wegen des ſchwarzen Kerl's da, den man auf dem Markt wie einen Martins⸗Ochſen kauft und verkauft, um den möchte ich doch nicht wie eine vergiftete Ratte ſterben.

Se. Majeſtät befiehlt Männern Blut auszuſau⸗ gen, murmelte ein anderer Bogenſchütze,als wenn ſie ſagte, gehe hin und verſchlucke eine Stachelbeere!

Nein, ſagte Richard,ich befahl niemals jeman⸗ den etwas, was ich nicht ſelbſt thun könnte. Und ohne wei⸗ tere Ceremonie und trotz der allgemeinen Widerreden der Umſtehenden und des ehrfurchtsvollen Widerſtrebens des Nubiers ſelbſt, legte der König von England ſeine Lippen an die Wunde des ſchwarzen Sclaven, indem er alle Wi⸗ derreden als lächerlich darſtellte, und jeden Widerſtand vergeblich machte. Aber kaum hatte der König eine Pauſe