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ſeits ſich eben ſo ruhig wie(möglich vorbereitete, ſobald es nöthig ſeyn ſollte, einzugreifen. Stufenweiſe und unvermerkt gleitete unterdeſſen der Marabout ſchlangen⸗ oder vielmehr ſchneckenartig fort, bis er ungefähr auf zehn Ellen weit von König Nichards Perſon entfernt war; dann erhob er ſich plötz⸗ lich, ſprang mit der Wuth eines Digers vorwärts— kaum einen Augenblick— da ſtand er im Ruͤcken des Königs, und erhob den Dolch, den er in ſeinem Aer⸗ mel verſteckt hatte. Die Anweſenheit ſeiner ganzen Ar⸗ mee hätte den heldenmüthigen Monarchen nicht retten können— aber die Bewegungen des Nubiers waren eben ſo gut berechnet, wie die des Enthuſiaſten, und ehe noch dieſer letztere zuſtoßen konnte, ergriff ihn der erſtere beim Arm. Nun wandte der Charegide ſeine fanatiſche Wuth gegen den, der ſich ſo unerwartet zwiſchen ihm und ſeinem Schlachtopfer gelegt hatte, und brachte dem Nubier elnen Stoß mit dem Dolch bei, welcher jedoch nur den Arm ſtreifte, weil ihn der Aethiopier, der ihm an Körperkraft bei weitem überlegen war, leicht zu Boden warf.
König Richard ſtand nun auf, da er das, was borgegangen war, bemerkte, und mit nicht größerem Erſtaunen, Zorn oder Heftigkeit in ſeinen Zuͤgen als ein gewöhnlicher Menſch zeigen wurde, wenn er eine Weſpe wegbläßt und zertritt, ergriff er den Stuhl, auf welchem er geſeſſen hatte, und mit dem Ausruf,„ha du Hund,“ ſchlug er die Hirnſchale des Mörders ſaſt in Stücken, der zweimal, zuerſt laut, dann mit gebro⸗ chener Stimme die Worte ausrief:„Allah Ackbar“ Gott iſt ſiegreich, und zu den Füſſen des Königs verſchied.
„Ihr ſeyd mir ſorgſame Wächter,“ ſagte Richard zu ſeinen Bogenſchützen, mit zornigem, vorwurfsvollen Tone, als dieſe geweckt von dem Lärm mit Schrecken und Verwirrung in das Zelt drangen;„wachſame Schildwachen ſeyd Ihr, meinen eigenen Händen ein folches Henkerwerk zu überlaſſen. Seyd nur alle ſtill, und hört mit eurem unſinnigen Geſchrei auf! Habt ihr


