141 Neuntes Kapitel.
—— und aufgeſchreckt von ſeinem heulenden Wäͤchter Dem Wolf, gleich einem Nachtgeſpenſte, geht Fiit groß— weit— ausgeholten Näuberſchritten⸗ Der Mord an ſein entſetzliches Geſchäft«⸗ Maebeth(in der Schiller'ſchen Ueberſetzung.)
Ungefähr eine Viertelſtunde oder etwas laͤnger nach dem erzählten Vorfall blieb alles vor der kö⸗ niglichen Wohnung vollkommen ruhig. Der König las, und träumte am Eingang ſeines Zeltes— hin⸗ ter ihm und mit dem Rücken gegen die Thüre ge⸗ wendet, ſaß der nubiſche Sclave, der immer noch das große Schild glänzend machen wollte. Ungefaͤhr hun⸗ dert Schritte von dem Zelte ſtanden, ſaßen oder lagen die Bogenſchützen von der Wache im Gras geſtreckt, aufmerkſam auf ihre eigenen Spiele, die ſie aber in Stille fortfetzten. Auf dem Platze, zwiſchen ihnen und dem Eingang des Zeltes lag, kaum zu unterſcheiden von einem Haufen Lumpen, die bewegungsloſe Ge⸗ ſtalt des Marabout.
Aber der Nubier hatte den Vortheib einen Spiegel zu beſitzen, da das hellpolirte Schild nun völlig dazu dienen konnte; dadurch ſah er nun zu ſeinem Schrecken und Erſtaunen, daß der Marabout langſam ſein Haupt vom Boden erhob, ſo daß er alle um ſich überſehen konnte, und ſich dabei mit wohlberechneter Vorſicht nach und nach vorwaͤrts ſchob, was mit dem Zuſtande der Erſchlaffung ganz unerträglich ſchien. Er legte augenblicklich ſein Haupt wieder nieder, als wäre es ihm recht, daß er unbemerkt geblieben ſey, und fing an, ſich, als wäre es zufällig, nach und nach dem Könige immer mehr zu nähern, hielt aber hie und da ein wenig ein und blieb ruhig, wie die Spinne, welche, wenn ſie ſich ihrem Gegenſtande naht, in anſcheinende Lebloſig⸗ keit verfällt, wenn ſie ſich bemerkt glaubt. Dieſe Be⸗ wegungen ſchienen dem Nubier verdaͤchtig, der ſeiner⸗


