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in ſeiner ſonderbaren Beſchäftigung gemacht, als der Nu⸗ bier zurücktrat, eine Schärpe über ſeinen Arm warf, und durch Bewegungen, die ſowohl ſeine Feſtigkeit, als ſeine Achtung beurkundeten, ſeinen Eniſchluß mittheilte, dem Monarchen nicht zu erlauben, eine ſo entwürdi⸗ gende Beſchäftigung zu unternehmen. Auch Long Allen legte ſich ins Mittel, indem er ſagte, daß, wenn es nöthig wäre, um den König zu verhindern, daſſelbe noch einmal zu thun, ſeine Lippen, Zunge und Zähne dem Neger zu Dienſten ſtünden, ja daß er ihn ſogar lieber mit Haut und Haaren aufſpeiſen wolle, als daß der Mund des König Richards ihn wieder berühren ſollte. Neville, der mit andern Hofbeamten eintrat, fügte ebenfalls ſeine Vorſtellungen hinzu.
„Nun, nun, macht nur keinen ſo unnützen Lärm wegen einer Spur, die die Hunde verloren haben, oder einer Gefahr, welche vorüber iſt,“ ſagte der König. „Die Wunde iſt unbedeutend, denn kaum fließt Blut; eine wilde Katze hätte tiefer gekratzt; und was mich betrifft, ich brauche nur der Vorſicht wegen eine Drach⸗ me Weinſtein zu nehmen, wenn es ſchon überflüſſig iſt.“
So ſprach Richard, der ſich vielleicht ſeiner eige⸗ nen Herablaſſung ein wenig ſchämte, wenn ſchon, ſo⸗ wohl Menſchlichkeit als Dankbarkeit ſie rechtfertigte⸗ Als aber Neville fortfuhr, Vorſtellungen wegen der Gefahr zu machen, die ſeine königliche Perſon bedroh⸗ te, ſo legte ihm der König Stillſchweigen auf.
„Schweig nur ſtill, ich bitte dich, ſprich nichts mehr davon. Ich that es blos, um dieſen unwiſſen⸗ den vorurtheilsvollen Burſchen zu zeigen, wie ſie ſich gegenſeitig helfen können, wenn dieſe feigen Meuchel⸗ morder uns mit vergifteten Pfeilen und Speeren an⸗ greifen.— Aber“ fügte er hinzu,„nimm dieſen Nu⸗ bier mit dir, Neville, ich habe meine Meinung von ihm geändert; ſorge dafür, daß er wohl gehalten wird, aber horch, laß dir ſagen, gib Achtung, daß er dir nicht entläuft— es ſteckt mehr in ihm als da ſcheine⸗
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