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135 Richard;„denn ich ſehe einen Roſtflecken auf dieſem Schilde, und wenn ich es vor dem Antlitz des edlen Saladin erhebe, ſoll es glänzen und unbefleckt ſeyn⸗ wie des Sultans eigene Ehre.“
Man hörte draußen ein Horn erſchallen, und im Augenblick darauf trat Sir Henry Neville mit einem Packet Depeſchen ein.„Von England Mylord,“ ſagte er, als er ſie ihm einhändigte.
„Von England, von unſerm eigenen England,“ wiederholte Richard im Tone trübſinniger Begeiſterung, „Ach ſie wiſſen nicht, wie hart ihr König von Krank⸗ heit und Sorgen mitgenommen worden iſt.— Falſche Freunde und kühne Feinde.“ Dann, indem er die Depe⸗ ſchen öffnete, ſagte er heftig,„Ha! dieß kömmt von keinem friedlichen Lande, auch ſie haben ihre Fehden. Neville geh', ich muß dieſe Nachrichten allein und mit Muſe durchleſen.“ 3
Neville ging alſo, und Richard war bald in die traurigen Nachrichten vertieft, die ihm von England uͤber die Partheien, welche ſein Erbland in Stücken riſfen, zugekommen waren. Die Uneinigkeit ſeiner Brü⸗ der John und Geoffrey, über den Streit dieſer Beiden mit dem Großrichter Longchamp Biſchof von Ely, über den Druck, welchen die Adelichen gegen die Bauern ausübten, über die Empörung der letztern gegen ihre Herrn, was überall Zwieſpalt und hie und da ſogar Blutvergießen hervorgebracht hatte. Dabei waren Nach⸗ richten über Vorfälle, die ſeinen Stolz demüthigten, und ſeiner Autorität Eintrag thaten, mit dem ernſten Rathe ſeiner weiſeſten und erprobteſten Räthe gepaart, daß er ſogleich nach England zurückkehren ſollte, da ſeine Gegenwart die einzige Hoffnung darböte, das Königreich von allen Schrecken eines Bürgerkrieges zu befreten, den ſich Frankreich und Schottland wahrſchein⸗ lich zu Nutze ziehen würden. Von den ſchmerzlichſten Gefühlen durchdrungen, las Richard die Böſes prophe⸗ zeihenden Briefe immer wieder von vorne, verglich die Nachrichten, welche einige von ihnen enthielten, mit denſel⸗


