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nen in vollkommenem Aufruhr. Berengaria kannte die Macht ihrer Reize und die Größe der Liebe Richards wohl, und wußte, daß ſie gewonnenes Spiel habe, ſo⸗ bald nur der erſte furchtbare Ausbruch ſeines Zorns ohne Unheil erfolgt ſey. Weit entfernt, auf den Ver⸗ weis des Königs zu hören, den ihr leichtſinniges Be⸗ tragen mit Recht verdient hatte, vertheidigte ſie ſogar die ganze ihr zur Laſt gelegte Sache als einen harm⸗ loſen Scherz. Sie läugnete ausdrücklich, daß ſie den Nebectamus angewieſen habe, den Ritter uͤber den Rand des Berges, auf dem er Wache hielt, zu locken. Dieß war auch in der That in ſo fern wahr, als fie nicht beſohlen hatte, Sir Kenneth in das Zelt einzu⸗ führen. Mit ſo beredter Zunge auch die Königin ihre eigene Vertheidigung führte, ſo ſteigerte ſich doch ihre Beredtſamkeit noch bedeutend, als ſie Richard der Liebloſigkeit beſchuldigte, indem er ihr eine ſo arniſelige Gabe, als das Leben eines unglücklichen Ritters, ab⸗ geſchlagen habe, der durch ihren unuͤberlegten Streich in Todesgefahr gerathen ſey. Sie weinte und ſchluchzte, als ſie über ſeine Hartherzigkeit ſprach, durch die ſie beinabe auf ihr ganzes Leben unglücklich geworden wäre, wenn ſie hätte denken müſſen, daß ſie argloſerweiſe zu einem ſolchen Trauerſpiele Anlaß gegeben habe. Die Erſcheinung des hingemordeten Schlachtopfers wurde ihre Traͤume beunruhigt haben— ja ſein wirklicher Geiſt,
denn ſolche Dinge geſchahen oft, hätte vor ihrem ſchlaf
loſen Lager erſcheinen können⸗ 1 3
All' dieſem Jammer war ſie durch die Strenge ei⸗ nes Mannes ausgeſetzt, der von ihrem geringſten Blicke bezaubert zu werden vorgab, allein doch nicht einmal eine armſelige Rache unterlaſſen wollte, obſchon ſie da⸗ doyrch ſo unglücklich gemacht wurde.
Dieſer ganze Strom weiblicher Beredtſamkeit war mit den gewöhnlichen Beweis Gründen, mit Thränen und Seutzern begleitet. Ihr Don und ihre Gebärden ſchienen zu ver athen, daß der Unwille der Koͤnigin we⸗ der aus Stolz nochau⸗ Uebellaune entſprungen ſey, ſondern


