Teil eines Werkes 
8. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 3. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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Dem zu Folge wurden die Königin und ihr Hof⸗ ſtaat durch einen Beſuch des Sir Thomas de Vaur erſchreckt, der die Lady Calyſta von Montgaillard, die erſte Kammerfrau der Königin, aufforderte, augenblick⸗ lich vor König Richard zu erſcheinen.

„Was ſoll ich ſagen, Madam,“ ſagte die zitternde Kammerfrau zur Königin;„er wird uns alle umbringen.“

„Fürchtet das nicht Madam,“ ſagte de Vaur, „Sr. Majeſtät ſchonte das Leben des ſchottiſchen Rit⸗ ters, der die größte Schuld auf ſich hatte, und ſchenkte ihn dem mohriſchen Arzte. Er wird nicht ſtrenger ge⸗ gen ein Frauenzimmer ſeyn, wenn ſie auch gefehlt hat.“

„Erſinne irgend eine ſinnreiche Geſchichte, Mäd⸗ chen,“ ſagte Berengaria.„Mein Gemahl hat zu we⸗ nig Zeit, um die Wahrheit genau zu unterſuchen.“

„Erzaͤhle die Geſchichte, ſo wie ſie ſich wirklich zugetra⸗ gen hat,“ ſagte Edith,„oder ich thue es ſtatt deiner.“

„Mit Eurer Majeſtät gnädigſter Erlaubniß,“ ſagte de Vaux,„ich meine, Lady Ediths Rath iſt gut; denn obſchon König Richard geneigt ſeyn mag, zu glauben, was Eure Gnaden ihm zu ſagen belieben, ſo zweifle ich doch, ob er gegen Caliſta, zumal in dieſem beſon⸗ dern Falle, dieſelbe Nachſicht haben wird.“

„Der Lord von Gilsland hat Recht,“ ſagte Lady Caliſta, bey dem Gedanken an die Unterſuchung, die ſtatt haben ſollte, höchlich beunruhigt;„und zudem, wenn ich auch Geiſtesgegenwart genug hätte, um eine ertraͤgliche Geſchichte zuſammen zu ſchmieden, ſo würde ich doch nimmermehr den Muth haben, ſie auch zu erzaͤhlen.“

In dieſer aufrichtigen Geſinnung wurde die Lady Caliſta von de Vaux vor den König geführt, und legte,

ie ſie ſich vorgenommen hatte, ein vollſtändiges Ge⸗

idniß von den Lockungen ab, durch die der unglück⸗ liche Ritter vom Leoparden bewogen worden war, ſei⸗ nen Poſten zu verlaſſen. Sie entſchuldigte Lady Edith, die wie ſie wußte, nicht ermangeln werde, ſich ſelbſt zu rechtfertigen, und warf die ganze Schuld auf die Könſgin, ihre Gebieterin, deren Antheil an dem Scherze⸗