Teil eines Werkes 
8. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 3. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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Anſcheine nach durch die Wegwendung ſeines Auges ſo erleichtert, als ein muͤrriſcher und unachtſamer Schulknabe, wenn ſein ſtrenger Lehrer den Blick von ihm wegwendet. 4

„Edler Graf von Champagnen— fuͤrſtlicher Mar⸗ quis von Montſerrat— tapferer Großmeiſter der Tem⸗ pelritter, ich ſtehe hier, wie ein Bußfertiger im Beicht⸗ ſtuhle— hat Einer von euch eine Anklage gegen mich vorzubringen, oder verlangt er von mir eine Genug⸗ thuung?“

„Ich wuͤßte nicht, worauf ihr ſie gruͤnden ſolltet,“ ſagte der glattzuͤngige Conrad,„außer etwa darauf, daß der Koͤnig von England ſeinen armen Waffenbruͤ⸗ dern allen Ruhm wegnimmt, den ſie bei dieſem Feld⸗ zuge zu gewinnen hoffen konnten.“

„Meine Anklage, indem ich aufgefordert werde, eine ſolche vorzubringen,“ ſagte der Großmeiſter der Tempelherrn, iſt ernſthafter und liegt tiefer, als die des Marquis von Montſerrat. Es koͤnnte vielleicht einem kriegeriſchen Moͤnche, wie ich bin, uͤbel ausge⸗ legt werden, daß er ſeine Stimme da erhebt, wo ſo viele edle Fuͤrſten ſchweigen; allein unſerem ganzen Heere, und beſonders dieſem edlen Koͤnige von Eng⸗ land ſelbſt, muß nicht wenig daran gelegen ſeyn, daß ihm jemand die Anklagen, die von nicht Wenigen in ſeiner Abweſenheit gegen ihn vorgebracht werden, ins Angeſicht ſagt. Wir loben und ehren den Muth und die Großthaten des Koͤnigs von England, allein wir fuͤhlen uns tief gekraͤnkt, daß er ſich bei allen Gele⸗ genheiten einen Vorrang und eine Ueberlegenheit uͤber uns anmaßt und behauptet, der ſich unabhaͤngige Fuͤr⸗ ſten ſchicklicher Weiſe nicht unterwerfen koͤnnen. Viel koͤnnten wir ſeiner Tapferkeit, ſeinem Eifer, aus freiem Willen einraͤumen; allein wer alles als ein Recht

an ſich reißt, und uns nichts als Gefaͤlligkeit oder

Gunſt hinnehmen will, der wuͤrdigt uns von Verbuͤn⸗ deten zu Untergebenen und Vaſallen herab, und be⸗

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