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iſt ſtolz, locker Dein Leben, und blutig Deine Hand. Lege die Suͤnden von Dir ab, die Dir gleichſam zu Toͤchtern geworden ſind.— Vertreibe dieſe angenom⸗ mene Furien aus Deiner Bruſt, ſo theuer ſie auch dem ſuͤndigen Adam ſind— ich meine Deinen Stolz, Deine Ueppigkeit, Deinen Blutdurſt.“
„’Er rast,“ ſagte Richard, ſich von dem Einſied⸗ ler zu de Vaur wendend; gleich einem, der ſich durch eine Stachelrede verletzt fuͤhlt, die er nicht ahnden kann— dann wandte er ſich ruhig und etwas hoͤh⸗ niſch an den Einſiedler und antwortete:—„Ehr⸗ würdiger Vater, Du haſt eine ſchoͤne Sippſchaft von Toͤchtern fuͤr einen Mann gefunden, der erſt ſeit zwei Monaten verheurathet iſt; allein da ich ihnen den Schutz meines Daches entziehen muß, ſo iſt es in der That Vaterpflicht, ſie mit angemeſſenen Partieen zu verſor⸗ gen. Daher uͤberlaſſe ich meinen Stolz den edeln Dom⸗ herrn der Kirche— meine Ueppigkeit, wie Du Dich ausdruͤckſt, den Ordens⸗Moͤnchen— und meinen Blut⸗ durſt den Rittern des Tempels.“
„O Herz von Stahl, und Hand von Eiſen,“ ſagte der Einſiedler,„fur die ſowohl Beiſpiel als Rath nutzlos ſind!— Doch ſollſt Du noch eine Zeitlang ver⸗ ſchont bleiben, falls Du Dich bekehrſt und thuſt, was in den Augen des Himmels angenehm iſt.— Was mich betrifft, ſo muß ich an meinen Ort zuruͤckkeh⸗ ren.— Kyrie Eleiſon!— Ich bin der, durch wel⸗ chen die Strahlen der goͤttlichen Gnade dringen, wie
die Strahlen der Sonne durch ein Brennglas, das ſie
auf andere Gegenſtaͤnde concentrirt, bis ſie Feuer fangen und ſich entzuͤnden, waͤhrend das Glas ſelbſt kalt bleibt.— Kyrie Eleiſon!— Der Arme muß her⸗ beigerufen werden; denn der Reiche hat das Mahl aus⸗ geſchlagen.— Kyrie Eleiſon!“
So ſprach er und ſtuͤrzte unter lautem Geſchrei aus dem Zelte.
„Ein toller Prieſter!“ rief Richard aus, aus deſ⸗ ſen Seele die fanatiſchen Ausrufungen des Einſiedlers,


