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Mißfallen zu erkennen giebt, dieſes Reich oder ſeinen Monarchen in Beſtuͤrzung ſetzen ſollte?““ 98
„Ich habe von meinem Thurme auf das Ster⸗ nenheer des Himmels geblickt, als jeder Stern in ſeinem mitternachtlichen Kreislaufe dem andern Weis⸗ heit, und den wenigen, welche ihre Stimmen verſte⸗ hen, Kenntniß enthuͤllte. Es ſitzt ein Feind in dem Hauſe Deines Lebens, gnaͤdiger Konig, der ſowohl Deinem Ruymeals Deiner Wohlfahrt Verderben droht. Es iſt ein Ausfluß des Saturns, der Dir mit plotz⸗ licher und blutiger Gefahr draut, und wofern Dein Stolz ſich vor der Vorſchrift Deiner Pflicht nicht de⸗ muͤthigt, Dich unverzuglich im Glanze Deines Ruh⸗ mes niederſchmettern wird.. 2
„Hinweg, hinweg— das iſt heidniſche Wiſſenſchaft,“ ſagte der Konig.„Chriſten wenden ſie nicht an— weiſe Maͤnner glauben nicht an ſie, o— alter Mann, Du faſelſt.“„Ich faſele nicht, Richard— ich vin nicht ſo gluͤcklich. Ich kenne meinen Zuſtand, und weiß, daß mir noch einiger Verſtand vergoͤnnt iſt, nicht zu meinem eigenen Gebrauche, ſondern zum Gebrauche der Kirche und zur Beforderung des Kreu⸗ zes. Ich bin der Blinde, welcher andern eine Fackel vortragt, die iym jeloſt nicht leuchter. Befragt mich über Dinge, die das Woyl der Chriſtenheit und die⸗ ſes Kreuzzugs betreffen, und ich will mit Dir ſprechen, wie der weiſeſte Rathgeber auf deſſen Zunge je Ueber⸗ zeugung thronte. Sprich mit mir von meinem eige⸗ nen elenden Weſeu, und meine Worte werden die des wahnſunigen Verſtoßenen ſeyn, fuͤr den ich mich er⸗
are.“
„ Ich wuͤnſche die Bande der Einigkeit unter den Fuͤrſten des Kreuzzugs nicht zu zerreißen,“ ſagte Ri⸗ chard, ſeinen Ton und ſein Beneymen mildernd;„al⸗ lein welche Genugthuung können ſie mir fuͤr die Un⸗ gerechtigkeit und Schmach, die ich erlitten habe, ver⸗ ſchaffen?“
W. Scott's Werke. VIII. 7


