95— mit Spuren der ſtrengen Selbſtpeinigung bezeichnet war, aus und erhob ihn hoch, als er ausrief:
„Im Namen Gottes, und des heiligen Vaters, des Stellvertreters der chriſtlichen Kirche auf Erden, unterſage ich dieſe hoͤchſt unheilige, blutduͤrſtige und thieriſche Herausforderung, zwiſchen zwei chriſtlichen Fuͤrſten, deren Schultern mit den geheiligten Zei⸗ chen geſchmuͤckt ſind, bei welchem ſie einander Bruͤ⸗ derſchaft geſchworen haben. Wehe dem, durch wel⸗ chen ſie aufgeloͤst wird!— Richard von England, widerrufe den hoͤchſt unheiligen Auftrag, den Du dieſem Baron ertheilt haſt.— Gefahr und Tod ſind Dir nahe!— Schon blinkt der Dolch an Deinem Halſe!—
„Gefahr und Tod ſind Richards Spielgefaͤhrten,“ erwiederte der Monarch in ſtolzem Tone;„und er hat ſchon zu vielen Schwerdtern getrotzt, als das er einen Dolch fuͤrchten koͤnnte.“
„Gefahr und Tod ſind nahe,“ erwiederte der Seher; und ſetzte dann, ſeine Stimme in einen hoh⸗ len, uͤberirdiſchen Ton vertiefend, hinzu:„und nach dem Tode das Gericht.“
„Guter und heiliger Vater,“ ſagte Richard, „ich verehre Deine Perſon und Deine Heiligkeit.—
„Nicht mich verehre,“ unterbrach ihn der Ein⸗ ſiedler;„verehre eher das geringſte Inſect, das an dem Ufer des todten Meers kriecht, und von ſeinem verfluchten Schlamme ſich naͤhrt. Aber verehre Ihn,
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