31 ſchen den Tapferſten und Edelſten von Frangiſtan und Aſten ein heiliges Siegel druͤcken will. Er iſt nehm⸗ lich geſonnen, zum Range ſeiner koͤniglichen Gattin eine chriſtliche Jungfrau, eine Blutsverwandte des Konigs Richard, unter dem Namen Lady Edith von Plantagenet bekannt, erheben.“*)
„Ha! Was ſagſt du?“ rief Sir Kenneth aus, der den erſtern Theil der Rede El Hakims mit Gleich⸗ guͤltigkeit und Apathie vernommen hatte, allein durch dieſe letzte Mittheilung bis ins Innerſte erſchuͤttert wurde. Dann maͤßigte er durch große Anſtrengung ſeinen Ton, zuͤgelte ſeinen Unwillen, und verbarg ihn unter dem Anſcheine eines geringſchaͤtzigen Unglaubens. So ſetzte er die Unterhaltung fort, um ſoviel als moͤglich von dem Complot unterrichtet zu werden, das, wie er glaubte, gegen die Ehre und das Gluͤck derjenigen geſchmiedet war, die er deßwegen nicht weniger liebte, weil ſeine Leidenſchaft fuͤr ſie dem Anſcheine nach ihm auf einmal Gluͤck und Ehre ge⸗ raubt haͤtte.„Und welcher Chriſt“ ſagte er in einem ziemlich ruhigen Tone,„wuͤrde eine ſo unnatuͤrliche
*) Dieſer Vorſchlag erſcheint vielleicht als ſo außerordentlich und unwahrſcheinlich, daß es nothwendig iſt zu ſagen, daß
ein ſolcher wirklich gemacht wurde. Die Geſchichtſchreiber
nennen jedoch die verwittwete Königin von Neapel, Ri⸗ chards Schweſter, ats Braut, und Saladins Bruder als Bräntigam. Sie ſcheinen nichts von der Exiſtenz einer Edith Plantagenet zu wiſſen. Siehe Mill's history of the Crusa- des, vol. II, p. 61.1


