Teil eines Werkes 
8. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 3. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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16 ihrer Verwandten in einem Tone unverhehlter Un⸗ ruhe zu?

Was gethan werden muß, ſagte Edith mit Feſtigkeit.Wir muͤſſen dieſen Edelmann ſehen, und uns ſelbſt Verzeihung von ihm erbitten.

Mitt dieſen Worten begann ſie haſtig einen Vor⸗ hang wegzuziehen, der einen Eingang bedeckte. ums Himmelswillen haltet ein! bedenkt, ſagte die Koͤnigin,mein Gemach, unſere Kleidung, die Stunde, meine Chre!.

Alein ehe ſie ihre Gegenvorſtellungen ausfuͤhrlich vorbringen konnte, ſiel der Vorhang, und es war nun keine Scheidewand mehr zwiſchen dem bewaffne⸗ ten Ritter und der Geſellſchaft der Damen. Die Warme einer morgenlandiſchen Nacht war Urſache, daß die Hauskleidung der Koͤnigin Berengaria und ihres Hofſtaats einfacher und unſtudirter war, als es ihr Rang und die Gegenwart eines maͤnnlichen Zu⸗ ſchauerz von Stande erforderten. Daran erinnerte ſich die Koͤnigin, und floh mit einem lauten Schrey aus dem Gemache, in welchem Sir Kenneth ſtand, in ein anderes Zimmer des großen Zeltes. Betruͤb⸗ niß und Unruhe, ſo wie der innige Wunſch, dem ſchottiſchen Ritter eine ſchnelle Erklaͤrung zu geben,

ließen vielle icht Lady Edith vergeſſen, daß ihre Locken in groͤßerer Unordnung ihr Haupt umwallten, und ihre Perſon minder ſorgfaͤltig bekleidet war, als es

ſich fuͤr hochgeberene Damen in einem Zeitalter ge⸗ ziem⸗

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