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ziemte, das bey Allem dem nicht die ſproͤdeſte oder gewiſ⸗ ſenhafteſte Periode der alten Zeit war. Ein duͤnnes lockeres Gewand von blaßrother Seide machte, nebſt orientaliſchen Pantoffeln, in die ſie geſchwind ihre bloßen Fuͤße geſteckt und einem reichen Shawl, den ſie eilig und nachlaͤßig um ihre Schultern gewor⸗ fen hatte, den Haupttheil ihrer Kleidung aus. Ihr Kopf hatte keine andere Bedeckung, als den Schleyer reicher und ungeordneter Locken, die ihn auf beyden Seiten umwogten, und ein Geſicht halb verbargen, das ein gemiſchtes Gefuͤhl von Sittſamkeit und Un⸗ willen und andere tiefe und ſtarke Affecte mit einem ſchimmernden Hochroth bedeckt hatten.
Allein obſchon ſie ihre Lage mit dem ganzen Zart⸗ ſinne fuͤhlte, der die groͤßte Zierde ihres Geſchlechts iſt, ſo ſchien es doch nicht, als ob ſie ihre Schuͤchtern⸗ heit auch nur einen Augenblick mit der Pflicht in Vergleichung bringen wollte, die ſie gegen denjenigen zu haben glaubte, der ihretwegen in Irrthum und Gefahr gerathen war. Sie zog freilich ihren Shawl dichter uͤber ihren Nacken und Buſen, und ſetzte ſchnell eine Lampe aus der Hand, die zuviel Licht uͤber ihre Geſtalt verbreitete. Allein waͤhrend Sir Kenneth re⸗ gungslos auf demſelben Flecke ſtand, auf dem man ihn zuerſt wahrgenommen hatte, trat ſie mehr gegen ihn vor, als vor ihm zuruͤck, indem ſie ausrief: „ilt auf Euren Poſten, tapferer Ritter— man hat
W. Scott's Werke. VIIT. 2


