15 Edith, es thut mir leid, daß ich mit einem Ritter meinen Spaß getrieben habe, an deſſen Schickſale ihr ſo tiefen Antheil nimmt.— Nein, ringe die Haͤnde nicht— ich will glauben, daß Du Dich nicht um ihn bekuͤmmerſt— ich will alles lieber glauben, als daß ich ſehen muß, wie Du ſo jaͤmmerlich und klaͤglich ausſiehſt— ich ſage Dir, ich will die Schuld ganz auf mich nehmen, zum Beſten Deines wackern nordi⸗ ſchen Freundes— Deines Bekannten wollte ich ſa⸗ gen, da Du ihn nicht als Freund anerkennſt.— Nein, ſieh nicht ſo erzuͤrnt aus— wir wollen den Nebecta⸗ mus abſchicken, um dieſen Ritter der Standarte wie⸗ der nach ſeinem Poſten abzuſchicken. Ich wette, er lauert in einem benachbarten Zelte.“
„Bei meiner Lilienkrone und meinem gewaltigen Scepter,“ ſagte Nebectamus,„Eure Majeſtaͤt irren ſich; er iſt naͤher bei der Hand, als Ihr glaubt— er liegt hinter jener Scheidewand verſchanzt.“
„Und hat alſo jedes Wort hoͤren koͤnnen, das wir geſprochen haben?“ rief die Königin erſtaunt und in lebhafter Bewegung aus.—„Fort mit Dir, Du Ungeheuer der Narrheit und Bosheit!“
Wahrend ſie dieſe Worte ſprach, floh Nebectamus aus dem Zelte— mit einem Schrey, ber es noch zweifelhaft ließ, ob Berengaria ihren SZerweis auf Worte beſchraͤnkt, oder noch eine nachdricklichere Aeuſ⸗ ſerung ihres Mißfallens beigefügt hatte.
„Was iſt nun zu thun?“ fuͤſterte die Koͤnigin


