9 heit, daß Edith an dem ihm geſpielten Betruge kei⸗ nen Cheil hatte, ſo ſehr beruhigt, und ſeine Nei⸗ gierde durch die Szene, welche nun folgen ſollte, ſo ſehr aufgeregt, daß er, ſtatt ſich augenblicklich zu entfernen, wie er kluͤglicherweiſe beſchloſſen hatte, ſich nach einer Spalte umſah, damit er vermittelſt der⸗ ſelben ſowohl Augen⸗ als Ohrenzeuge des bevorſte⸗ henden Auftrittes werden koͤnnte. Gewiß, ſagte er zu ſich ſelbſt, die Koͤnigin, der es beliebt hat, meine Ehre und vielleicht mein Leben eines Spaßes wegen in Gefahr zu ſetzen, kann ſich nicht beklagen, wenn ich die von dem Gluͤcke mir dargebotene Gelegen⸗
4 heit benütze, ihre fernere Abſichten kennen zu lernen.
* Es ſchien unterdeſſen, als ob Edith die Befehle der
Koͤnigin erwartete, und als ob dieſe nicht ſprechen wollte, aus Furcht, das Lachen nicht halten zu koͤn⸗ nen; denn Sir Kenneth konnte bloß ein unterdruͤck⸗ tes Kichern und Lachen unterſcheiden.
„Eure Majeſtaͤt,“ ſagte Edith endlich;„ſcheint in einer frohen Stimmung zu ſeyn, obſchon, wie es mir ſcheint, die Stunde der Nacht zum Schlafen einladen ſollte. Ich hatte gerade ſo recht ganz im Sinne, mich in's Bette zu begeben, als ich den Be⸗ fehl vernahm, vor Eurer Majeſtaͤt zu erſcheinen.“
.„Ich will Euch nicht lange von Eurer Ruhe ab⸗ halten, Couſine,“ ſagte die Koͤniginn,„ob ich ſchon fuͤrchte, Ihr werdet nicht ſo gut ſchlafen, wenn ich Euch ſage, daß Eure Wette verloren iſt./
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