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ren, wie dieſer geruͤhmte Wicht ſich betragen hat, und wir muͤſſen uns die Macht vorbehalten, ihr ei⸗ nen augenſcheinlichen Beweis davon zu geben, daß er ſeine Pflicht vernachlaͤſſigt hat. Das kann eine Lection werden, die ihr von Nutzen ſeyn wird; denn
glaube mir, Caliſta, ich habe manchmal geglaubt,
ihr Herz neige ſich naͤher zu dieſem nordiſchen Aben⸗ theurer hin, als mit der Klugheit vereinbar iſt.“
Die andere hoͤrte man etwas von Lady Ediths Klugheit und Ein ſicht murmeln.
„Klugheit, Maͤdchen! Es iſt bloß Stolz, und der Wunſch, fuͤr ſproͤber zu gelten, als irgend eine von uns. Nein, ich gebe meinen kleinen Vor⸗ theil nicht aus den Haͤnden. Ihr wißt wohl, wenn ſie eine ſchwache Seite an uns entdeckt hat, ſo kann niemand auf eine hoͤfliche Weiſe euch euren Irrthum verſtaͤndlicher machen, als meine Lady Edith— allein hier kommt ſie.“
Eine Geſtalt, die ins Zimmer zu treten ſchien,
warf auf die Scheidewand einen Schatten, der lang⸗ ſam hinglitt, bis er ſich mit den andern vermengte. Ungeachtet ſeiner ſchmerzlich getaͤuſchten Erwartung, oder der Kraͤnkung, womit er durch die Bosheit oder wenigſtens durch die bloße Laune der Koͤnigin Be⸗ rengaria(denn er ſchloß ſchon, daß diejenige, welche am lauteſten und in einem gebieteriſchen Ton ſprach, Richards Gemahlin war;) heimgeſucht worden zu ſeyn ſchien, fuͤhlte ſich der Ritter durch die Gewiß⸗
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