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Der Ritter ward faſt ſprachlos, als er ein ſolches Zeichen in ſolchen Haͤnden ſah, waͤhrend der Zwerg in einem triumphirenden Tone halblaut lachend, und ſeinen großen unfoͤrmlichen Kopf ſchuͤttelnd, ausrief: „Jetzt verſchmaͤhe meine Befehle,— jetzt ſey ungehor⸗ ſam gegen meine Aufforderungen— jetzt zweifle, daß ich Arthur von Tintagel bin, der das Recht hat, der ganzen brittiſchen Ritterſchaft zu gebieten.“
„Im Namen alles deſſen, was heilig iſt, von wem empfingſt Du dieſes Zeichen?“ ſagte der Ritter; „ordne, wenn Du kannſt, Deinen zerruͤtteten Ver⸗ ſrand auf einige Minuten, und nenne mir die Perſon, die Dich geſandt hat, ſo wie den wahren Zweck Dei⸗ ner Sendung, und bedenke wohl, was Du ſagſt; denn dieſe Sache eignet ſich nicht zu Poſſen.“
„ Alberner und naͤrriſcher Ritter,“ ſagte der Zwerg, „willſt Du mehr von dieſer Sache wiſſen, als daß Du mit Befehlen von einer Fuͤrſtin beehrt biſt? Wir ha⸗ ben nicht Luſt, mit Dir weiter zu unterhandeln, ſon⸗ dern befehlen Dir im Namen und bei der Kraft die⸗ ſes Ringes, uns zu der Eigenthuͤmerin deſſelben zu folgen. Jede Minute, in der Du zoͤgerſt, iſt ein Ver⸗ brechen gegen Deinen Huldigungseid.“
„Guter Nebectamus— denke einmal nach,“ ſagte der Ritter,—„Kann meine Lady wiſſen, wo ich dieſe Nacht bin, und welche Pflicht ich zu erfuͤllen ha⸗ be?— Weiß ſie, daß mein Leben— doch was ſpreche ich von Leben— daß meine Ehre verlohren iſt, wenn ich dieſes Banner nicht bis Tages Anbruch bewache— und kann ſie wohl wuͤnſchen, daß ich es verlaſſe, waͤre
es auch, um mich zu ihr zu begeben! Es iſt unmoͤg⸗
lich.— Die Prinzeſſinn will mit ihrem Diener ſpaſ⸗ ſen, indem ſie ihm eine ſolche Botſchaft ſendet, und ich muß um ſo mehr dieſen Glauben feſthalten, als ſie einen ſolchen Boten gewaͤhlt hat.“
„Oh! bleibt bei Eurem Glauben,“ ſagte Nebec⸗ tamus, ſich umwendend, als wollte er die Platform
verlaſſen;„es gilt mir gleich, ob Ihr Euch als Ver⸗


