1²⁷ ſein Tod— und er war entſchloſſen, ihn glorreich zu machen— ſowohl Richards Lob verdienen, als ſeine Rache erwecken, und das Bedauern, ja ſelbſt die Thraͤnen der hochgebornen Schoͤnheiten des engliſchen Hofes zur Folge haben. Er durfte jetzt nicht mehr fuͤrchten, daß er ſterben werde, wie ein Thor ſtirbt. Sir Kenneth hatte Muße genug, um dieſen und anderen hochfliegenden Gedanken nachzuhaͤngen, die durch jenen wilden, ritterlichen Geiſt genaͤhrt wur⸗ den, der in ſeinen kuͤhnſten und verwegenſten Auffluͤ⸗ gen doch rein von jedem ſelbſtſuͤchtigen Beyſatze war— edel, fromm, und vielleicht nur in ſoweit tadelnswerth, als er Dinge und Unternehmungen vor⸗ ſchlug, die ſich mit den Schwachheiten und Unvollkom⸗ menheiten unſerer Natur nicht vertragen. Die ganze Natur um ihn her ſchlief im ruhigen Mondſcheine, oder im tiefen Schatten. Die langen Reihen der Zelte und Pavillons, die einen lichten oder dunkeln Anblick gewaͤhrten, je nachdem ſie in dem Mondlichte, oder im Schatten lagen, waren ſchweigend und ruhig, wie die Straßen einer verlaſſenen Stadt. Neben dem Bannerſpeere lag der ſchon erwaͤhnte große Jagdhund, der einzige Wachtgefaͤhrte Kenneths, von deſſen Wachſamkeit er zuverſichtlich erwartete, daß er ihn zel tig von der Annaͤherung eines feindlichen Fußtritts ben achrichtigen werde. Das edle Thier ſchien den Zwe ck ihrer Wache zu erkennen; denn es blickte von Zeit zu Zeit auf die reichen Falten der ſchweren Fahne⸗
Teil eines Werkes
7. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 2. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
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