126 4 klar und hoch am Himmel, als ich Kenneth von Schott⸗ land auf dem St. Georgsberge neben dem Banner Englands, eine einſame Schildwache, befand, um das Sinnbild jener Nation gegen die Angriffe zu verthei⸗ digen, auf welche die Tauſende, die ſich Richard durch ſeinen Stolz zu Feinden gemacht hatte, ſinnen moch⸗ ten. Hohe Gedanken ſtuͤrmten nacheinander durch die Seele des Kriegers. Er glaubte einige Gunſt in den Augen des ritterlichen Monarchen gewonnen zu haben, der ihn bisher unter der Menge der tapfern Leute, die ſein Ruhm unter ſeine Fahnen gerufen, noch nicht ausgezeichnet hatte; und er bekuͤmmerte ſich we⸗ nig darum, daß der ihm ertheilte Beweis der koͤnig⸗ lichen Gunſt darin beſtand, daß er auf einen ſolchen gefaͤhrlichen Poſten geſtellt wurde. Die Gluth ſeiner ehrgeizigen und kriegeriſchen Liebe entflammte auch ſeinen Enthuſiasmus. So hoffnungslos auch dieſe Anhaͤnglichkeit faſt in allen denkbaren Umſtaͤnden war, ſo verminderten doch die kuͤrzlich eingetreteren den Abſtand zwiſchen ihm und dem Gegenſtand ſeiner Liebe einigermaßen. Er, dem Richard die Auszeichnung, die er jetzt genoß, verliehen hatte, war nun nicht mehr ein unbedeutender Abentheuerer, ſondern hatte den Blick einer Fuͤrſtin auf ſich gezogen, obſchon er ebenſo wenig, als vorher, auf gleicher Hoͤhe mit ihr ſtand. Ein unbekanntes und dunkles Schickſal konnte nun nicht ſein Loos ſeyn. Wurde er auf den ihm an⸗ gewieſenen Poſten uͤberfallen und getoͤdtet, ſo mußte
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7. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 2. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
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