Teil eines Werkes 
7. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 2. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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117 te, daß man ihn die Beſchimpfung des ſtolzen Koͤnigs von England ruhig hatte ertragen ſehen.

Philipp, der manche jener koͤniglichen Eigenſchaf⸗ ten beſaß, um derentwillen ſeine Unterthanen ihn den Ehrwuͤrdigen(auguste) nannten, konnte der Ulyſſes, ſo wie Richard unſtreitig der Achilles des Kreuzzuges heißen. Der Koͤnig von Frankreich war ſcharfſichtig, weiſe, beſonnen im Rathe, feſt und ruhig im Han⸗ deln, erkannte die Maßregeln, die dem Intereſſe ſei⸗ nes Koͤnigreichs am foͤrderlichſten waren deutlich, und verfolgte ſie mit Standhaftigkeit wuͤrdevoll und koͤ⸗ niglich in ſeinem Betragen, war er perſoͤnlich tapfer, aber mehr Staatsmann als Krieger. Zu dem Kreuz⸗ zuge wuͤrde er ſich nicht aus freier Wahl entſchloſſen haben; allein der Geiſt der Zeit war anſteckend, und er wurde zu der Expedition durch die Kirche und den einſtimmigen Wunſch ſeines Adels genoͤthiget. In jeder andern Lage, oder in einem milderen Zeitalter wuͤrde ſein Charakter hoͤher geſtanden ſeyn, als der des kuͤhnen Richard Löwenherz. Allein bei dem Kreuz⸗ zuge, einem an und fuͤr ſich ſelbſt ganz unvernuͤnfti⸗ gen Unternehmen, war ein geſunder Verſtand dieje⸗ nige Eigenſchaft, die unter allen andern am wenigſten geſchaͤtzt wurde, und die ritterliche Tapferkeit, die ſo⸗ wohl das Zeitalter als die Unternehmung forderten, wurde als entwuͤrdiat betrachtet, wenn ihr der aering⸗ ſte Anflug von Weltklugheit beigeſellt war. So er⸗ ſchien Philipps Verdienſt, mit dem ſeines ſtolzen Ne⸗