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„So,“ ſagte er,„trete ich Oeſterreichs Panier mit Fuͤßen. Gibt es einen Ritter unter eurer teutoniſchen Ritterſchaft, der es wagt, mich meiner That wegen zur Rede zu ſtellen?—
Eine kurze Stille erfolgte; allein es gibt keine ta⸗ pfern Leute, als die Deutſchen.
„Ich,“ und„ich“ und„ich“ riefen mehrere Rit⸗ ter unter dem Gefolge des Herzogs, und er ſelbſt folgte dem Beiſpiele derer, die Richards Herausforderung annahmen.
„Was zoͤgern wir,“ ſagte der Graf Wallenrode, ein gigantiſcher Krieger von der ungariſchen Graͤnze, „Bruͤder und edle Herrn, dieſer Mann tritt die Ehre Eures Landes mit Fuͤßen— laßt uns ſie retten und nieder mit Englands Stolze!“
Mit dieſen Worten zog er ſein Schwerdt, und wuͤrde dem Koͤnige einen toͤdtlichen Streich verſetzt ha⸗ ben, haͤtte ihn nicht der Schotte mit ſeinem Schilde aufgefangen.
„Ich habe geſchworen,“ ſagte Koͤnig Richard,— und ſeine Stimme uͤbertoͤnte den ganzen Tumult, der jetzt immer wilder und lauter wurde—„nie⸗ mals nach einem zu ſchlagen, deſſen Schulter das Kreuz
traͤgt; daher lebe Wallenrode; allein lebe, um dich an Richard von England zu erinnern.“
Mit dieſen Worken faßte er den großen Ungar um den Unterleib, und ſchleuderte ihn, vermoͤge ſeiner un⸗ vergleichlichen Geſchicklichkeit im Ringen, ſo wie in ab⸗
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