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Selbſtzufriedenheit die verrichtete That betrachtend, und das Beifallgeſchrei anhoͤrend, das ſeine Anhaͤnger nicht ſparſam ertonen ließen. Waͤhrend er ſich in die⸗ ſem ſelbſtgefaͤlligen Zuſtande befand, drang Richard in den Kreis, zwar nur von zwei Maͤnnern begleitet, allein vermoͤge ſeiner wilden und kuͤhnen Kraft einer unbezwingbaren Schaar gleich.
„Wer hat es gewagt,“ rief er, ſeine Hand an die oͤſterreichiſche Fahne legend und mit einer Stimme aus, die dem donnernden Knalle glich, der einem Erd⸗ beben vorauszugehen pflegt,„wer hat es gewagt, dieſen armſeligen Lumpen neben Englands Panier zu ſtellen?“
Dem Erzherzoge fehlte es nicht an perſonlichem Muthe, und er konnte eine ſolche Frage unmoglich un⸗ beantwortet laſſen. Doch ſo ſehr ward er durch Richards unerwartete Ankunft uͤberraſcht und von der allgemeinen Ehrfurcht, die ſein feuriger und un⸗ beugſamer Charakter einfloͤßte, ergriffen, daß die Frage zweymal in einem Tone, der Himmel und Erde zum Kampfe zu fordern ſchien, wiederholt wurde, ehe der Herzog mit ſo viel Feſtigkeit, als ihm moͤglich war, antwortete:„Ich war es, ich, Leopold von Oeſterreich.“
„Dann ſoll Leopold von Oeſterreich unverzuͤglich ſehen, welchen Werth ſein Panier und ſeine Anſpruͤche in den Augen Richards von England haben.“
Mit dieſen Worten riß er den Bannerſpeer um, zerſplitterte ihn, warf das Panier ſelbſt auf den Boden,
und trat es mit Fuͤßen. W. Scott's Werke. VII. 3


