Teil eines Werkes 
7. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 2. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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92 fenheit ſeiner Perſon. Er war groß, ſtark und wohl⸗ geſtaltet, mit einem Geſichte, in welchem Weiß und Roth einen ſtarken Gegenſatz gegen einander bildeten, und hatte lange wallende Locken ſchoͤnen Haares. Al⸗ lein es lag etwas ſo Unbeholfenes in ſeinem Gange, daß es ſchien, als ob ſeine Geſtalt nicht von hinlaͤng⸗ licher Energie beſeelt waͤre, um eine ſolche Maſſe in Bewegung zu ſetzen. Als Fuͤrſt ſchien er zu wenig mit ſeiner eigenen Wuͤrde vertraut, und da er oft nicht wußte, wie er ſein Anſehen geltend machen ſoll⸗ te, wenn es die Umſtaͤnde verlangten, ſo glaubte er ſich haͤufig genoͤthigt, durch unzeitige, gewaltthaͤtige Handlungen und Ausdruͤcke dasjenige wieder zu erlan⸗ gen, was er beim Anfange des Streites durch ein wenig mehr Geiſtesgegenwart leicht, und auf eine gefaͤllige Weiſe, haͤtte behaupten koͤnnen.

Nicht nur ſahen Andere dieſe Maͤngel, ſondern der Erzherzog ſelbſt konnte ſich manchmal des peinigen⸗ den Bewußtſeyns nicht erwehren, daß er nicht ganz geeignet war, den erlangten hohen Rang zu behaupten. Hiezu kam noch der ſtarke, und bisweilen gerechte Ver⸗ dacht, daß Andere ihn deßwegen verachten.

Als er zuerſt ſich dem Kreuzzuge mit einem hoͤchſt fuͤrſtlichen Gefolge angeſchloſſen hatte, war es ſein in⸗ nigſter Wunſch geweſen, Richards Freundſchaft und Vertrauen zu erlangen, und zu dieſem Ende hatte er Schritte gethan, die der Koͤnig von England der Klugheit gemaͤß haͤtte erwiedern ſollen. Allein obſchon