91 beſſerten Entſchluß, daß die mildern Mittel erſucht werden muͤſſen, bevor die verzweifelteren angewendet werden duͤrfen.
„Morgen“ ſagte er,„ſitze ich an der Tafel des Herzogs von Oeſterreich— wir wollen ſehen, was ſich zur Ausfuͤhrung unſeres Planes th un laͤßt, bevor wir zu den ſchwarzen Vorſchlaͤgen dieſes Temp elritters unſere Zuflucht nehmen.“
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Sechstes Kapitel.
Leopold, Großherzog von Oeſterreich, war der er⸗ ſte Beſitzer jenes edeln Landes, welchem der fuͤrſtliche Rang angehoͤrte. Er war in dem deutſchen Reiche wegen ſeiner nahen Verwandtſchaft mit dem Kaiſer zum Herzoge erhoben worden, und beherrſchte die ſchoͤnſten Provinzen, welche die Donau bewaͤſſert. Sein Charakter iſt in der Geſchichte durch eine gewalttha⸗ tige und treuloſe Handlung befleckt worden, die aus ebendieſen Vorfaͤllen im heiligen Lande entſprang; und doch war die Schande, Richard zum Gefangenen ge⸗ macht zu haben, als er ohne Gefolge-und verkleidet durch ſein Gebiet zuruͤckkehrte, nicht aus Leopolds natuͤrli⸗ cher Gemuͤthsart gefloſſen. Er war mehr ein ſchwa⸗ cher und eitler, als ein ehrgeiziger und tyranniſcher
Fürſt. Seine Geiſtesfaͤhigkeiten glichen der Beſchaf⸗


