3 53 blick, erhob ſich dann und ſtand vor ihm in einer ehrerbietigen, aber nicht unterwuͤrfigen oder demuͤthi⸗ gen Stellung. „Dein Name,“ ſagte der Koͤnig,„Iſt Kenneth vom Leoparden— von wem haſt Du den Ritterrang erhalten?—“
„Vom Schwerdte Wilhelms, des Loͤwen von Schottland,“ erwiederte der Schotte.
„Eine Waffe“ ſagte der Koͤnig,„wohl wuͤrdig Ehre zu ertheilen; auch iſt ſie auf keine unwuͤrdige Schulter gelegt worden. Wir haben im Gedraͤnge der Schlacht ritterlich und tapfer dich benehmen geſehen, Wwo Huͤlfe am noͤthigſten war; und laͤngſt haͤtteſt du erfahren, daß deine Verdienſte uns bekannt ſind, wenn nicht deine Anmaßung in andern S icken der
Art geweſen waͤre, daß du fuͤr deine Verdienſte kei⸗ nen beſſern Lohn, als Verzeihung für dein Vergehen verlangen kannſt. Was ſagſt Du dazu?“
Kenneth verſuchte zu ſprechen, allein er war nicht im Stande, ſich deutlich auszudruͤcken; das Be⸗ wußtſeyn ſeiner zu hochſtrebenden Liebe, und der ſcharfe Falkenblick, womit Löwenherz ſein Innerſtes zu durchdringen ſchien, ſetzten ihn in Beſtuͤrzung.
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„Und doch,“ ſagte der Koͤnig;„obſchon Sol⸗ daten dem Befehle gehorchen, und Vaſallen ehrerbie⸗ tig gegen ihre Obern ſeyn ſollen, koͤnnen wir einem tapfern Ritter eine groͤßere Beleidigung verzeihen,


