36 daß ſein Gebieter von einem Unglaͤubigen bedient werden ſolle, etwas belaſtet fuͤhlte.
Der Erzbiſchoff von Tyrus war der erſte, dem er ſeine Zweifel anvertraute, da er das Auſehen kannte, in welchem er bey ſeinem Herrn, dem Koͤnig Richard, ſtand, der dieſen einſichtsvollen Praͤlaten liebte und ehrte. Der Biſchoff vernahm de Vaur's Zweifel mit jener Schaͤrfe des Verſtandes, wodurch ſich die roͤmiſch⸗katholiſche Geiſtlichkeit auszeichnet⸗ Die religioͤſen Bedenklichkeiten des Barons behandelte er mit ſo großer Sorgloſigkeit, als die Schicklichkeit ihm gegen einen Layen uͤber einen ſolchen Gegen⸗ ſtand an den Tag zu legen erlaubte.
„Die Aerzte,“ ſagte er,„ſind gleich den Arz⸗ neyen, die ſie anwenden, oft nuͤtzlich, obſchon die einen durch Geburt oder Sitten die niedrigſten unter den Menſchen ſeyn koͤnnen, wie die Andern in man⸗ chen Faͤllen aus den gemeinſten Stoffen gezogen werden. Die Menſchen moͤgen ſich in ihrer Noth des Beyſtands der Heyden und Unglaͤubigen bedienen, und man hat Urſache zu glauben, daß Ein Grund wenigſtens, warum ihnen geſtattet iſt, auf Erden zu bleiben, darin beſteht, daß ſie zum Wohlſeyn und zur Bequemlichkeit der wahren Chriſten beytragen— ſo machen wir erlaubterweiſe aus heydniſchen Gefange⸗ nen Sclaven.—„Ferner,“ fuhr der Przlat fort, „iſt kein Zweifel, daß die erſten Chriſten von den Dienſten der unbekehrten Heyden Gebrauch machten;


