15 verſammlung der Koͤnige, Fuͤrſten und Oberbefehls⸗ haber der Armee des geſegneten Kreuzes abgeſandt, und ihnen allein habe ich Botſchaft zu uͤberbringen.“
„Ha! was ſagſt du?“ erwiederte der ſtolze Ba⸗ ron.„Doch wiſſe, magſt du auch Botſchafter der Kö⸗ nige und Fuͤrſten ſeyn, ſo ſoll ſich doch kein Arzt dem Krankenbette Richards von England naͤhern, ohne daß der von Gilsland ſeine Einwilligung dazu gegeben hat; und wer ſich gegen dieſelbe einzudraͤn⸗ gen wagt, wird mit ſeiner Botſchaft uͤbel ankommen.“
Er wollte ſich ſtolz wegwenden, als der Schotte ihm naͤher und mehr gegenuͤber trat, und ihn in ru⸗ higem, aber ſtolzem Tone fragte, ob der Lord von Gilsland ihn fuͤr einen Edelmann und aͤchten Ritter halte. 4
„Alle Schotten ſind durch ihr Geburtsrecht gea⸗ delt,“ antwortete Thomas de Vaux etwas ironiſch; allein da er ſeine Ungerechtigkeit fuͤhlte und die Gluth auf Kenneths Angeſicht bemerkte, ſo fuͤgte er hinzu: „Es waͤre Suͤnde, zu zweifeln, daß Ihr ein guter Ritter ſeyd, wenigſtens fuͤr den, der Euch Eure Pflicht gut und wacker thun ſah.“
„Gut denn,“ ſagte der ſchottiſche Ritter, durch die Freymuͤthigkeit der letzt ern Erklaͤrung befriedigt, „rlaßt mich Euch nun ſchwoͤren, Thomas von Gils⸗ land, daß, ſo wahr ich ein aͤchter Schotte bin, — was ich fuͤr einen ſo großen Vorzug halte, als meinen alten Adel— und ſo wahr ich ein umguͤr⸗


