Teil eines Werkes 
7. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 2. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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daß, wenn er nicht die, von der Schrift gebotene Naͤchſtenliebe, welche lange duldet und milde richtet, gegen ſie hegte, er doch keineswegs der untergeordneten und beſchraͤnkten Tugend ermangelte, welche den Beduͤrf⸗ niſſen anderer millddthaͤtig abhilft. Der Reichthum Thomas von Gilsland verſchaffte Mundvorraͤthe und Arzneymittel, und einige davon floſſen gewoͤhnlich durch geheime Canaͤle in die Quartiere der Schotten; ſein muͤrriſches Wohlwollen beruhte auf dem Grund⸗ ſatze, daß naͤchſt dem Freunde eines Menſchen, ſein Feind ihm am wichtigſten ſeyn muͤſſe, und er dabey alle dazwiſchen ſtehenden Verhaͤltniſſe, als keines Ge⸗ dankens wuͤrdig, uͤbergehen muͤſſe.

Dieſe Erklaͤrung iſt noͤthig, damit der Leſer voͤl⸗ lig verſtehen kann, was wir jetzt erzaͤhlen wollen.

Thomas de Vaux hatte den Eingang des koͤnig⸗ lichen Zeltes noch nicht weit uͤberſchritten, als er wahrnahm, was das weit ſchaͤrfere Ohr des engliſchen Monarchen, der mit der Kunſt der Minſtrels nicht wenig bekannt war, ſogleich entdeckt hatte, nehmlich, daß die Muſik, die bis zu ihnen gedrungen war, von den Pfeifen, Schalmeyen und Pauken der Saracenen herruͤhrte; und im Hintergrunde eines breiten, von den Zelten gebildeten Ganges konnte er einen Haufen muͤßiger Krieger erblicken, die um den Ort verſammelt waren, wo die Muſik gehoͤrt wurde, faſt im Mittelpunkte des Lagers. Auch ſah er, zu ſeinem großen Erſtau⸗

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