5 die geringſte Zuneigung von Liebe oder Mißfallen zu ver⸗ bergen, die glattzuͤngige Hoͤflichkeit, welche die Schotten entweder ihren haͤufigen Bundsgenoſſen, den Franzoſen, nachgeahmt, oder in Folge ihres eigenen ſtolzen und
zuruͤckhaltenden Charakters ſelbſt angenommen hatten,
als ein falſches und hinterliſtiges Zeichen der gefaͤhrlich⸗ ſten Abſichten gegen ihre Nachbarn betrachtete, uͤber die ſie, wie er mit aͤchter engliſcher Zuverſicht glaubte, durch offene Mannhaftigkeit nie einen Vortheil erringen konn⸗ ten.
Obgleich jedoch de Vaur dieſe Geſinnungen gegen ſeine noͤrdlichen Nachbarn hegte, und ſie mit geringer Einſchraͤnkung auf alle diejenigen ausdehnte, welche das Kreuz genommen hatten, ſo hinderte ihn doch ſeine Ach⸗ tung fuͤr den Koͤnig und ein gewißes Gefuͤhl der ihm durch ſein Geluͤbde als Kreuzfahrer auferlegten Pflicht, ſie anders, als dadurch an den Tag zu legen, daß er regelmaͤßig allen Verkehr mit ſeinen ſchottiſchen Waffen⸗ bruͤdern vermied— ein muͤrriſches Stillſchweigen beobach⸗
tete, wenn er gelegenheitlich mit ihnen zuſammentraf,
und veraͤchtlich und hoͤhniſch auf ſie hinblickte, wenn ſie ihm auf dem Marſche oder im Lager begegneten. Die ſchottiſchen Barone und Ritter waren nicht die Leute, die ſeine Verachtung unbemerkt oder unerwiedert ließen; und es kam ſo weit, daß er als der erklaͤrte und thaͤtige Feind einer Nation betrachtet wurde, die ihm, alles genau erwogen, nur mißfiel, und einigermaßen veraͤchtlich ſchien. Ja, genauere Beobachter bemerkten⸗
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