128 Geluͤbde fuͤr die Befreyung Ihrer Hoheit von dieſer Krankheit zu erfuͤllen.“
„Und iſt es an dem“ ſagte Richard ungeduldig, „daß koͤnigliche Matronen und Maͤdchen ſich da in Ge⸗ fahr begeben, wo die Hunde, die das Land beflecken, eben ſo wenig Treue gegen Menſchen, als Glauben ge⸗ gen Gott zeigen.“
„Mein Gebieter“ ſagte de Vaux,„ ſie haben Sa⸗ ladins Wort fuͤr ihre Sicherheit.“
„Wahr, wahr!“ erwiederte Nichard,„ich that
dem heydniſchen Sultan Unrecht— ich bin ihm Genug⸗ thuung dafuͤr ſchuldig— wollte Gott, ich waͤre nur im Stande, ſie ihm an meinem Korper zwiſchen den zwey Heeren anzubieten, vor den Augen der Chriſtenheit und des Heydenthums.“
Bey dieſen Worten ſtreckte Richard ſeinen, bis an
die Schulter entbloͤßten, rechten Arm aus dem Bette, richtete ſich muͤhſam auf ſeinem Lager empor, ſchuͤttelte ſeine geballte Hand, als ob er das Schwert oder die Streitaxt hielte, und ſie dann uͤber dem, mit Juwelen geſchmuͤckten Turban ſchwenkte. Nicht ohne einige Ge⸗ walt, die der Koͤnig von einem Andern ſchwerlich erdul⸗ det haben wuͤrde, noͤthigte de Vaux, in ſeiner Eigenſchaft als Krankenwaͤrter, ſeinen koͤniglichen Gebieter, ſich wieder ins Bett zuruͤck zu legen, und bedeckte ihm den nervigen Arm, ſo wie Nacken und Schultern mit der


