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Schluchten des Gebirges eindrangen, deſto luſtiger ſeine Unterhaltung, und als er keine Antwort erhielt, deſto lauter ſein Geſang wurde. Sir Kenneth verſtand genug von den morgenlaͤndiſchen Sprachen, um ſich uͤberzeugen zu koͤnnen, daß er Liebesſonette ſang, die voll von dem gluͤhenden Lobe der Schoͤnheit waren, in
woelchem die morgenlaͤndiſchen Dichter ſo gerne aus⸗
ſchweifen, und das deßwegen in einem beſondern Grade
unpaſſend fuͤr ernſte und andaͤchtige Gefuͤhle war, die
ſich am beſten fuͤr die Wildniß der Verſuchung ſchickten. Der Saracene ſang auch, unſchicklich genug, Loblieder auf den Wein, den fluͤſſigen Rubin der perſiſchen Dich⸗ ter, und ſeine Froͤhlichkeit ſtand endlich in einem ſol⸗ chen Widerſpruche mit den entgegengeſetzten Empfin⸗ dungen des chriſtlichen Ritters, daß, falls ſie ſich nicht gegenſeitig Freundſchaft zugefagt gehabt haͤtten, Sir Kenneth ihn wahrſcheinlich zum Schweigen gebracht haben wuͤrde. Er glaubte, was auch wirklich der Fall war, einen luſtigen und ausgelaſſenen boͤſen Feind neben ſich zu haben, der durch Eingebung leichtſinniger Ge⸗ danken von irdiſcher Luſt ſeine Seele zu verfuͤhren und ſein ewiges Heil zu zerſtoͤren trachtete, und zu⸗ gleich ſeine Andacht zu einer Zeit befleckte, wo ſein Glaube als Chriſt und ſein Geluͤbde als Pilger ihn zum Ernſte und zur Reue verpflichteten. Er war hoͤchſt verlegen und unentſchloſſen, was er thun ſolle. Endlich unterbrach er in mißmuthiger Haſt das Lied des beruͤhmten Rudpiki, in welchem dieſer das


