44 „Er hat“ antwortete der Saracene⸗„in der ara⸗ biſchen Sprache den Namen; Diamant der Wuͤſte.“ „Und mit Recht heißt er ſo,“ erwiederte der Chriſt;„die Thaͤler meines Geburtslandes haben tau⸗ ſend Quellen, allein keiner einzigen derſelben werde ich ein ſo koſtbares Andenken weihen, als dieſem ein⸗ ſamen Brunnen, der ſeine fluͤſſigen Schaͤtze ausſtroͤmt, wo ſie nicht bloß erquſckend, ſondern faſt unentbehr⸗ lich ſind.“ 3 „Ihr habt Recht“ ſagte der Saracene; denn noch laſtet ein Fluch auf jenem See des Todes, und weder Menſch noch Thier trinkt aus ſeinen Fluthen, noch aus dem Fluſſe, der ihn naͤhrt, ohne ihn zu fuͤl⸗ len, bis dieſe ungaſtliche Wuͤſte durchzogen iſt.“ 8 Sie ſtiegen zu Pferde, und ſetzten ihren Weg durch die ſandige Wuͤſte fort. Die Hitze des Mittags war jetzt voruͤber, und ein leichter Wind milderte ein wenig die Schreckniſſe der Einoͤde; gleichwohl aber trug er auf ſeinen Schwingen einen feinen Staub, den der Saracene wenig beachtete, ſein ſchwerbewaff⸗ neter Gefaͤhrte aber ſo peinigend empfand, daß er ſei⸗ nen eiſernen Helm an ſeinen Sattelbogen hieng, und die leichte Reitmuͤtze aufſetzte, die in der Sprache je⸗ ner Zeit, wegen ihrer Aehnlichkeit mit einem gewoͤhn⸗ lichen Moͤrſer, Mortier genannt wurde. Sie rit⸗ ten eine zeitlang ſchweigend neben einander her. Der Saracene machte den Fuͤhrer der Reiſe, indem er an den fernen Huͤgeln, denen ſie ſich allmaͤhlig naͤherten,
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6. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 1. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
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