Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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Vorplatz hin und wirft den Schatten der dahinſchleichen⸗ den Geſtalt bis über die Treppe. Jetzt ſteht der Paſtor an der Thür, die zum Zimmer ſeiner Tochter führt.

Still! Er horcht! Es iſt ſo ſtill ringsum, daß er ganz deutlich die leiſen Athemzüge der Schlafenden drinnen in dem Gemach vernimmt. Nun legt er die Hand auf den Drücker und leiſe öffnet er die Thür. Sie hat auch nicht geknarrt.

Jetzt ſteht er in dem Gemach. Da liegt auf dem einfach mit weißem Linnen bedeckten Bette ſeine Toch⸗ ter. Der Mond ſcheint durch das Fenſter gerade über das Bett hin. Sie hat die Vorhänge nicht geſchloſſen ſie hat gewiß, bevor ſie einſchlummerte, noch zu dem Monde hinauf die Grüße für den fernen Geliebten geſendet; ſie hat dem Monde erzählt von ihrer Sehn⸗ ſucht, von ihrer Liebe und hat ihm die ſüßen Geheim⸗ niſſe ihres Herzens gekündet. Ja, ein ſeliger Ausdruck liegt noch auf dem Angeſicht der Schlummernden.

Wo nur der Brief ſein mag? Das iſt das Ein⸗ zige, welches die Gedanken des Paſtors beſchäftigt, als er jetzt dicht zu dem Bette herangeſchlichen iſt. Sie hat ihn doch ſicherlich ins Bett mitgenommen; es iſt ihr letztes Abendgebet, ihr Roſenkranz der Liebe ge⸗ weſen.

Er neigte ſich tief über das Bett. Sophie hat