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die Hände über der Bruſt gefaltet, und in dieſen ge⸗ falteten Händen ſieht er jetzt beim Mondeslicht ein Stück Papier.
Das iſt der Brief, den er ſucht. Er darf es nicht wagen, das Papier, das ſie ſo feſt umſchloſſen hält, ihren Händen zu entreißen; ſie würde dabei er⸗ wachen. Was nun beginnen? Was nun thun?
Er bleibt neben dem Bett ſtehen und ſchaut un⸗ verwandt nieder auf die Geſtalt der Schlummernden und ihre unſchuldsvolle Schönheit; ihr lächelndes Ant⸗ litz mit den geſchloſſenen Augen rührt ihn nicht. Er beobachtet nur ihren Schlummer und jetzt leuchtet ein fpöttiſches Lächeln über ſein Angeſicht hin. Sie hat ſich im Schlafe bewegt, ſie hat im Schlafe den Na⸗ men Marco geflüſtert und ſie hat die rechte Hand mit dem Papier zu ihren Lippen geführt und hat es ge⸗ küßt. Dann hat die Hand erſchlafft ſich leiſe geſenkt, das Papier iſt herausgefallen aus den zarten Fingern und ruht jetzt auf ihrer Bruſt. Die Hand des Paſtors ſtreckt ſich darnach aus, wie die Geierkrallen nach der armen Taube, und er erfaßt es ſchnell und ſchleicht
hinaus nach ſeinem Gemach. Dort faltet er das Paßia⸗
auseinander und lieſt es beim Schein der Lampe. Ja, er hat ſich nicht getäuſcht, es iſt ein Brief von Marco! Liebesbetheuerungen, Verſicherungen ewiger


