Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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Schmerz und Abſcheu, daß ein Arzt, welcher doch den heiligen Beruf hat, das Leben, welches der Herr ge⸗ ſchaffen hat, zu heilen, ſeine unheiligen Mittel an⸗ wendet wider den Geiſt, welcher von Gott iſt. Doch wir wollen gar nicht mehr davon reden! Es betrübt mich, nur daran zu denken, und ich will hinaufgehen und mich erbauen an einer heiligen Lectüre, die allein die Seele erhebt und das Herz erquickt. Ich will in der Heiligen Schrift leſen.

Er ſtandauf, nahm das Zeitungsblatt, welches Sophie auf den Tiſch gelegt hatte, an ſich und begab ſich wie⸗ der hinauf in ſein Studirzimmer.

Er hat wol Recht gehabt: der Teufel erwartet ihn immer an der Schwelle ſeiner Thür; er tritt mit ihm ein in dieſes ſtille Gemach und er flüſterte in ſein Ohr Worte, die nicht in der Heiligen Schrift ſtehen, über welche der Paſtor jetzt ſein Angeſicht niederbeugt während das Zeitungsblatt neben ihm liegt.

Er verſucht zu leſen; er möchte ſich vielleicht gerne ſelbſt dieſen unheimlichen Zuflüſterungen entziehen aber er weiß nicht, was er lieſt. Die Worte der Heiligen Schrift ſind für ihn gedruckte Worte, welche die Augen ſehen, aber von denen das Herz nichts be⸗ greift. Endlich ſtößt er das Buch wieder beiſeite, faßt mit krampfhaftem Blicke wieder nach dem Zeitungsblatt