Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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Ich mahnte Sie daran, weil ich eben die Wahr⸗ heit wieder einmal von Ihnen hören will. Sagen Sie mir, woher kommt es, daß die Leute auf den Straßen mich nicht mehr ſo freundlich begrüßen, wie ſie es ſonſt gethan in den erſten Wochen meiner Regierung?

Thun ſie das nicht, Majeſtät? fragte Rochow mit leiſem Achſelzucken.

Nein, ſie thun es nicht, rief der König,und wahrlich, dieſe Veränderung muß auffällig ſein, da ich ſie bemerke! Denn Sie wiſſen, ich bin ſehr kurzſichtig, und ich kann daher nicht in den Mienen der Menſchen leſen; aber ich ſehe an ihren Bewegungen, an ihrer Art zu grüßen dennoch ſehr wohl die Veränderung, welche mit ihnen vorgegangen iſt. Sonſt blieben die Leute ſtehen, nicht aus Neugierde, ſondern aus Theil⸗ nahme und Liebe; das ſah ich an der Art, wie ſie mich begrüßten, an dem Hutabnehmen, an den Ver⸗ beugungen. Jetzt bleiben ſie auch ſtehen, aber ſie grü⸗ ßen mich nicht mehr, ſie winken nicht mehr mit ihren Mützen, die Mütter zeigen mich nicht mehr ihren Kin⸗ dern! Die Militärperſonen freilich ſtehen kerzengerade da, wie es ihre Schuldigkeit iſt, aber das Volk küm⸗ mert ſich nicht mehr um mich; ich glaube ſogar, ſie wollen mich ärgern mit ihrem Nichtgrüßen, ſo ſcheint es mir. Woher kommt das, Rochow?

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