arbeiten. Aber wir gehen heute Abend zuſammen ins Theater, nicht wahr?“ Er nickte ihr zu, wendete ſich dann haſtig um und begab ſich in ſeine Gemächer.
„Rochow ſoll kommen!“ befahl er dem Kammer⸗ 3 herrn du jour, welcher in dem Antichambre ihm ent⸗ gegentrat.„Rochow ſoll kommen und ſogleich!“
„Se. Excellenz ſind ſchon im Conferenzzimmer“, meldete der Kammerherr ehrfurchtsvoll.„Se. Excellenz warten auf Eure Majeſtät, denn es iſt die Stunde des gewöhnlichen Vortrags.“
„Es iſt gut“, ſagte der König, mit dem Kopf nickend, und begab ſich zuerſt in ſein Toilettenzimmer.
Die Kammerdiener ſtehen ſchon bereit; ſie kennen ſchon die Gewohnheit Sr. Majeſtät, und ſie wiſſen,„ daß er nach jeder Ausfahrt zuerſt in das Toiletten⸗ zimmer kommt. Chrfurchtsvoll, auf den ſtummen Wink des Königs, reicht ihm der Eine die Bürſte dar. Der König fährt ſich damit mit raſcher, haſtiger Hand durch das dünne Haar und bürſtet es ſich über den etwas kahlen Scheitel vornüber. Dann läßt er die Bürſte zur Erde niederfallen. Der zweite Kammer⸗ diener reicht Sr. Majeſtät das weiße Linnentuch und er fährt ſich damit über das Angeſicht, um ſich den 5 Staub der Straße abzutrocknen; nachdem es ge⸗ ſchehen, läßt er das Tuch gleich der Bürſte zur Erde


