Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

Ja, hinaus! Aber es iſt keine Thür da, ich bin ein Gefangener!

Dann ſinkt er mit einem lauten Schrei ohn⸗ mächtig zuſammen.

Niemand regt ſich. Lautlos iſt es in dem weiten Salon. Die Lichter des Kronleuchters und die fun⸗ kelnden Kerzen ringsumher beleuchten dieſe ſeltſame ſchauerliche Scene; den Mann mit den blinkenden Ordensſternen auf der Bruſt, der da bleich und be⸗ wegungslos am Boden liegt und neben dem mit lei⸗ ſem Aechzen und Wehklagen ſeine Frau im ſeidenen Gewande, geſchmückt mit Brillanten, das Haupt mit Blumen bekränzt, zuſammengeſunken iſt, und ringsum die glänzende Geſellſchaft ohne Erbarmen, ohne Mitleid niederſchauend zu dem Ohnmächtigen.

Dann geht ein Geflüſter durch den Saal, und Einer ſagt zu dem Andern:Das iſt die Nemeſis, die Nemeſis! Hunderte von jungen Männern hat er in das Gefängniß gebracht und jetzt glaubt er ſich ſelbſt gefangen. Das Schickſal iſt gerecht! Das iſt die Nemeſis!

Endlich ſchlägt er die Augen auf und richtet ſich empor. Seine Frau, die Frau, die er oft ſo hart und unfreundlich behandelt, reicht ihm ihren Arm dar, ſie ſpricht theilnehmend zu ihm und führt ihn hinaus