——
9
Aber der Herr reichte ihm nicht den Arm, er neigte nur das Haupt.„Ich werde Ihnen einen Stuhl holen, damit Sie ſich ſetzen können, Herr von
Tzſchoppe.“
„Damit ich mich ſetzen kann und Sie während der Zeit meinen Kerkermeiſter holen können?“ fragte Herr von Tzſchoppe wild umherblickend.„Nein, mein Herr, bleiben Sie hier! Ich will nicht gefangen ſein,
laßt mich hinaus! Hinaus!“
Er ſchreit es mit lauter, kreiſchender Stimme, und plötzlich wird es ſtill im Saal. Alle Unterhal⸗ tungen werden unterbrochen, Alles ſchweigt und Aller Blicke wenden ſich auf ihn hin. Frau von Tzſchoppe, welche bisher ſo einſam und verlaſſen im Kreiſe der Damen geſeſſen, ſtürzt zu ihm hin.„Was fehlt Dir?“ fragt ſie ängſtlich.
„Was mir fehlt? Mir fehlt die Freiheit! Siehſt Du denn nicht, daß ſie mich gefangen haben? Wo iſt die Thür? Die Thür? Ich kann die Thür nicht finden! Ich will hinaus, ich will fort von hier, denn die Augen ſind Dolche, welche mich tödten wollen! Mich tödten wollen, und was habe ich denn gethan?“
„Um Gotteswillen!“ ruft ſeine Frau entſetzt. „Nimm Dich zuſammen! Wir ſind hier unter Men⸗ ſchen. Komm, laß uns hinausgehen.“
4½
8


