Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 3. Band (1874)
Entstehung
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Der Herr v. Hinckeldey wollte nicht nur der all⸗ mächtige Polizei⸗Miniſter ſein, er wollte auch daneben noch Cavalier ſein und wenn der Polizei⸗Präſident auch Duellanten arretiren ſoll, ſo gilt es bei Cavalieren als Ehrenſache, für jeden Schimpf blutige Genugthuung zu fordern. Herr v. Hinckeldey, der Polizei⸗Präſident von Berlin, ſchickte Herrn v. Rochow und dem Herrn v. P...... z eine Forderung, reichte aber gleichzeitig dem Könige ſeine Entlaſſung ein. Herr v. Hinckeldey übte ſich einige Tage im Piſtolenſchießen, der Oberſt Patzke von der Polizei lehrte ihm die Kunſt. Er war der unbemittelte Vater von ſieben Kindern, auch Herr v. Rochow war Familienvater, ein Baron der kgl. Re⸗ ſidenz Charlottenburg, in der Jungfernhaide fand das Duell ſtatt dem Präſidenten ſecundirte der Geh. Ober⸗Regierungsrath v. Münchhauſen, dem Herrn v. Rochow deſſen Bruder, Offizier des Gardes du corps, Schiedsrichter war ein Herr v. d. Marvitz.

Hinckeldey hatte den erſten Schuß. In der Auf⸗ regung ſchoß er vor dem Commando und fehlte. Herr von Rochow bewilligte ihm einen zweiten Schuß, der erſte ſollte nicht gelten.

Jetzt halte ich Scheibe! ſagte Hinckeldey, ſchoß abermals und er fehlte.

Herr von Rochow ſchoß und ſeine Kugel traf tödtlich.