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Der Kronprinz war von ſeinem Vater oft in Arreſt geſchickt worden. So z. B. ließ Friedrich Wil⸗ helm eines Tages ein blindes, ein lahmes und ein mageres Pferd ſo lange vor dem Palaſte ſeines Va⸗ ters umherführen, bis dieſem der ſeltſame Zug auffiel und er den Kronprinzen fragte, was das bedeute.
„Das will ich Ew. Majeſtät erklären“, ſoll der Kronprinz geantwortet haben.„Das magere Pferd iſt das Volk, das von Ihren ſchlechten Beamten ausge⸗ ſogen wird, das lahme das Miniſterium, das nicht zu handeln verſteht und das blinde ſtellt Ew. Majeſtät ſelbſt vor, die nicht ſieht, wie man mit Allerhöchſt derſelben blinde Kuh ſpielt.“
Da gabs nun Arreſt.
Dem Kronprinzen, der die Bruſt voll ſchöpferiſcher Ideen hatte, fehlte jeder Wirkungskreis, ſeine Ideen und ſeine Kräfte zu erproben. Friedrich Wilhelm III. ließ Alles nach der alten Schablone gehen und ſo kam es, daß der feingebildete Kronprinz ſich den profanſten, alltäglichſten Vergnügungen in die Arme warf, ſo auswahllos, ſo ohne Rückhalt, als hätte er nie etwas Höheres gekannt, als gäbe es nichts in ihm, was hin⸗ ausreichte über dieſe ſchäumenden Becher, dieſe rollen⸗ den Würfel, dieſe wüſten Scherze der Zechgenoſſen. Und wieder ſatt dieſer Ausſchweifungen, erſchöpft, von


