Zweites Kapitel.
Der Fof des Königs.
Friedrich Wilhelm IV. hatte lange warten müſſen, ehe er zur Regierung kam, er war der verzärtelte Sohn ſeiner edlen Mutter, der durch Huldigungen aller Art verwöhnte Kronprinz geweſen und wo ſein Vater ihm gegenüber Strenge gezeigt, da traf dies nur Ausſchreitungen geiſtvollen Uebermuths, da wies der König nur den Prinzen in ſeine Schranken zurück, beſonders wenn dieſer ſeine Miniſter und Freunde an⸗ griff, niemals war der Kronprinz derart in ſeiner Jugend geleitet worden, wie dies nothwendig geweſen wäre, den Flug träumeriſcher Phantaſie und die Auf⸗ faſſung königlicher Macht in ihm den Begriffen der
Wirklichkeit und der Möglichkeit anzupaſſen. 2*


