Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 2. Band (1874)
Entstehung
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unvereinbar mit dem ſchönen Müßiggang, den lieb⸗ lichen Täuſchungen, der reizenden Selbſtſucht eines Künſtlerlebens. Wer in dieſem Falle wird ſiegen? Und angenommen, daß Reflexion, Erziehung, Ein⸗ ſicht in das Nothwendige die angeborene Natur auch wirklich überwältigen und daß der Künſtler geopfert wird für den König wird dieſes Opfer nicht immer ein höchſt gewaltſames, höchſt ſchmerzliches ſein? Wird nicht eine Narbe davon zurückbleiben in der Seele, die ſelbſt durch die Falten des Purpurs hindurchbrennen wird? Das höchſte Glück, das einem Sterblichen zu Theil werden kann, iſt dasjenige, was die Natur

in ihn gelegt, wozu ſie ihn beſtimmt hat, rein und

frei, in ungehinderter Entfaltung aus ſich herauszu⸗ leben während umgekehrt das traurigſte Loos von allen darin beſteht, dem Willen der Natur zuwider ſtets ein Anderer ſein zu müſſen, als man eigent⸗ lich iſt.

Und wie denn nun hier? Ein erſticktes Talent, wird es darum weniger zu beklagen ſein, weil es er⸗ ſtickt iſt unter der glänzenden Wucht einer Krone? Eine verkümmerte Exiſtenz, wird ſie darum weniger ſchmerz⸗ lich ſein, weil ſie verkümmert iſt unter der brennenden Sonne der Majeſtät?

Ja, und wird ſich die Natur ſo ganz bewältigen