Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 2. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

5

Gaſtfreunde der Götter, ſind ſie Fremdlinge auf Erden, gewöhnt, ſich behaglich zu ſchaukeln in dem leichten widerſtandsloſen Aether der Idee, ſind ſie der Wirk⸗ lichkeit gegenüber unduldſam, eigenſinnig unſtät, unge⸗ ſchickt

Und nun über dieſes gähnende Chaos einer Künſtlerſeele gar erſt den Purpur eines Königsmantels gebreitet! An den unbändigen Flug dieſer Phantaſie gar erſt das Schickſal eines Reiches geknüpft! Zum Künſtler nun gar erſt ein Prinz, geſtellt auf die höchſte Höhe der Wirklichkeit ein Fürſt, berufen zu der äußerſten Bethätigung menſchlicher Praxis, zum Herr⸗ ſchen

O, in der That, es wird uns bange um dieſen fürſtlichen Knaben mit der weichen dichteriſchen Seele Dieſer Reichthum künſtleriſchen Talents, mit dem die Natur ihn ausgeſtattet, wir fürchten ſehr, es iſt der hungernde Reichthum des Midas und wird verhäng⸗ nißvoll für ihn und ſein Volk!

Zwiſchen Künſtler und König, Dichter und Staats⸗ mann liegt eine Kluft eine Kluft der Talente, Neigungen, Bedürfniſſe, welche nicht ausgefüllt werden kann, der ernſte, praktiſche, aufopfernde Beruf eines Regenten, mit ſeiner ſtrengen Pflichterfüllung, ſeinen unausgeſetzten Sorgen, ſeiner raſtloſen Thätigkeit, iſt